Idiolektik
Idiolektik ist eine Gesprächsführungsmethode, die sich konsequent an der Eigensprache (idio=eigen und lexus=Sprache, Idiolekt) des Gegenübers orientiert.
Die Eigensprache eines Menschen ist seine persönliche Art sich mitzuteilen, durch Worte, Stimme und Körpersprache, zum Beispiel durch Wortwahl, Sprachmelodie oder Gesten. Sie ist wie ein kommunikativer Fingerabdruck. Anders als ein echter Fingeradbruck verändert sich die Eigensprache im Laufe des Lebens und entwickelt sich weiter. Neue Erfahrungen fliessen ständig ein.
Wenn ein Mensch etwas sagt, zählt nicht nur die allgemeine Bedeutung der Worte. In ihnen schwingen immer auch seine persönlichen Erfahrungen mit und die Bilder und Vorstellungen, die er mit diesen Worten verbindet.
Über ihre Eigensprache zeigen Menschen oft unbewusst, wie es ihnen geht und welche Lösungen und Stärken sie bisher genutzt haben. Wenn man ihre persönliche Ausdrucksweise aufgreift und offen nachfragt, können Menschen Zugang zu ihrem eigenen, oft unbewussten Wissen über sich selbt bekommen.
Die Methode wurde in den 1960er und 1970er Jaren vom Psychiater und Psychoanalytiker David Jonas (1913-1985) entwickelt. Seine Frau Doris Jonas (1916-2002), Anthropologin (Lehre über die Menschheit) und Ethologin (wissenschaftliche Untersuchung des Verhaltens von Tieren und Menschen), trug wesenlich zu den evolutionären Grundlagen und zur naturwissenschaftlichen Fundierung der Methode bei.
In Worten sei wahrhaftig und zuverlässig, im Handeln gewissenhaft und rücksichtsvoll.
Konfuzius (551 - 479 v. Chr.)